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Schul A-B-C

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A

Abschlusskreis (siehe Vorstellkreis)

Der tägliche Abschlusskreis hat vor allem zwei Funktionen: Die Kinder können vorstellen,
was sie an dem Tag oder in der letzten Zeit gearbeitet haben und bekommen dazu Rückmeldungen
von den anderen. Diese Vorstellrunde gibt auch immer wieder Impulse für die Arbeit der Kinder,
da sie Ideen aufgreifen und abwandeln können (siehe Vorstellkreis). Außerdem kann im Abschlusskreis
ein Kinderrat (siehe Kinderrat) abgehalten werden, bei dem Probleme im Zusammenleben besprochen
werden, die im Laufe des Tages aufgetaucht sind.


Absprache (siehe Vereinbarung)
Abstimmung (siehe Demokratie)

Oft ergeben sich aus den Diskussionen im Kinderrat unterschiedliche Vorschläge, welche Regeln eingeführt
oder wie bestehende Regeln verändert werden sollen. Über neue Regeln und Regeländerungen wird
abgestimmt, wobei jeder im Kreis auch (auch die Lernbegleiter) genau eine Stimme hat. Interessant ist dabei,
dass sowohl die Vorschläge zur Abstimmung als auch die Abstimmungsmodalitäten klar formuliert werden müssen.
Manchmal kommen die Kinder zu überraschenden Lösungen, z.B. dass bei Stimmengleichheit eine zweite
Abstimmung erfolgt, bei der jeder mit „ja“ oder „nein“ stimmen muss, also die Enthaltung verboten wird.


AG`s

Eltern, Praktikanten, ältere Schüler/innen oder Fachleute von außerhalb bieten unterschiedliche AGs an.
Dabei handelt es sich um freiwillige Angebote, die meist am Nachmittag stattfinden. AG´s können einmalige
Veranstaltungen sein, oder auch über einen längeren Zeitraum gehen (z.B. zur Vorbereitung einer Aufführung).


Akzeptanz
Eine von den Schülerinnen und Schülern selbst festgelegte Grundregel lautet:

Ich akzeptiere alle so, wie sie sind.“
Aber auch für die Lehrerinnen und Lehrer ist der Begriff der Akzeptanz ein zentrales Anliegen.
Die Kinder so wie sie sind zu akzeptieren, beinhaltet, die Entwicklungsprozesse jedes einzelnen Kindes zu
respektieren und anzuerkennen. Es bedeutet auch, ihre eigenen Kompetenzen zu sehen und zu fördern und
sie mit ihren Ideen, Weltanschauungen und Erklärungen ernst zu nehmen.


Altersgemischte Gruppen
Schüler/innen mit unterschiedlichem Alter lernen zusammen. Z.B. ist die Möglichkeit gegeben Anregungen
von Älteren und Jüngeren zu bekommen, oder die Älteren können sich als Unterstützung für
Jüngere erleben. Gleichzeitig verringert die Altersmischung den Konkurrenz- und Leistungsdruck,
denn in einer gemischten Gruppe ist es von vornherein selbstverständlich, dass es ganz unterschiedliche
Leistungsniveaus gibt. Altersgemischte Gruppen entsprechen der Realität von Gruppenzusammensetzungen
außerhalb der Schule (Familie, Beruf,…).



Angebote
Neben den freien Lernzeiten gibt es unterschiedliche Angebote. Regelmäßige, wöchentliche Angebote sind Bewegungsunterricht, Englisch, Mathematik (jeweils auf verschiedenen Niveaustufen) und Sprachbewusstsein. In den Angeboten werden insbesondere Themen behandelt, die Kinder nur schwer selbstständig lernen können, z.B. Gespräche auf Englisch führen, schriftliche Rechenverfahren oder Grundlagen der Grammatik. Die Angebote ersetzen aber nicht die Beschäftigung mit den entsprechenden Fächern in der freien Lernzeit sondern sind eine Ergänzung.

Angstfrei Lernen
Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für jeden Lernerfolg und ein Grundsatz in der FSB.
In einer spannungsgeladenen Atmosphäre, wo Misstrauen und Furcht herrschen, kann sich niemand wohl fühlen. An einem Ort, wo ich mich wohl fühle, gerne hingehe, mich freue, die Anderen (Schüler und Lehrer) zu treffen kann Lernen Freude machen. Das ist das Ziel.


Anlauttabelle
Ein Werkzeug, das den Kindern ermöglicht, sich selbst das Schreiben beizubringen. Für jeden Laut gibt es ein passendes Bild, das den Laut als Anlaut beinhaltet. Daneben steht dann das dazugehörige Graphem (Buchstabe).


Bsp.: Will ein Kind das Wort Palme schreiben, muss es das Wort zuerst gedehnt sprechen und den Anfangslaut (gesprochen „p“ und nicht „pe“!) heraushören.
Danach sucht es auf der Tabelle das passende Bild, in diesem Fall Pilz. Es schreibt das dazugehörige P.


Wichtig: Fast allen Kindern fällt das Heraushören aller Laute anfangs sehr schwer, weshalb sie sehr lange brauchen und oft nur die prägnantesten Laute verschriftlichen und kurze Vokale auslassen...
So wird z. B. Aus „Palme“ nicht selten PLM, aus Esel ESL. Dieses Phänomen nennt man Skelettschrift.

Ebenfalls wichtig: Die Kinder schreiben anfangs nur lautgetreu, also so wie sie sprechen. Aus Leiter wird beim Sprechen „Laita“ und so schreiben die Kinder auch LAITA. Das lautgetreue Schreiben kommt vor der Rechtschreibung. Daher sind auf der Anlauttabelle auch lediglich die Laute als Graphem abgebildet, die genauso gesprochen werden, wie man sie schreibt. Laute wie Pf, C oder Y usw. fehlen also auf der Tabelle, da sie von den Kindern als F, K oder I verschriftlicht werden, also z. B. FERT, statt Pferd.

Die Tabelle gehört zum Konzept „Lesen durch Schreiben“, bei dem die Kinder zuerst Schreiben und erst später (durch das selbstständige Erlesen ihrer selbst geschriebenen Wörter) Lesen lernen. Bitte die Kinder in der Anfangsphase nicht zum Lesen, erst recht nicht zum Vorlesen drängen – sie können es einfach noch nicht.

Anmeldung/ Aufnahmeverfahren
Nutzen Sie den jährlich im Herbst stattfindenden Tag der offenen Tür und unsere Informationsabende, um sich allgemein über die Schule und das Konzept zu informieren. Hier haben Sie die Gelegenheit mit Lehrern, Schülern, Eltern und Vorständen ins Gespräch zu kommen und erste Fragen zu klären. Bitte lesen Sie auch das Konzept, bzw. mindestens das Kurzkonzept, sie bilden die Grundlage für die pädagogische Arbeit.

Als nächsten Schritt können Sie mit Ihrem Kind an der Schule hospitieren. Bitte vereinbaren Sie dafür telefonisch einen Termin im Schulbüro.
Nach der Hospitation machen wir einen Termin für ein ausführliches Elterngespräch aus, an dem beide Elternteile, ein Vertreter des pädagogischen Teams und ein Vorstandsmitglied teilnehmen.

Die verbindliche Anmeldung erfolgt durch Abgabe des unterschriebenen Aufnahmeantrages bis Ende April.

Die schriftlichen Zusagen für einen Schulplatz versenden wir vor den Pfingstferien.

Aufnahmeverfahren (siehe Anmeldung)


Aufräumzeit

Täglich gibt es eine Aufräumzeit, in der die Kinder sowohl ihren eigenen Platz aufräumen als auch bestimmte, reihum wechselnde, Dienste erledigen (fegen, Regal aufräumen, Blumen gießen usw.).

Aufsicht
Ziel der Aufsicht ist es, Schülerinnen und Schüler vor Schäden zu bewahren und zu verhindern, dass sie andere schädigen. Dabei muss nicht jedes einzelne Kind im Auge behalten werden, aber alle müssen sich durch die Anwesenheit der Aufsichtsperson beaufsichtigt fühlen. Aufsichtspflichtig sind Lehrerinnen und Lehrer oder beauftragte Hilfspersonen. Die Aufsicht beschränkt sich während der Schulzeiten auf das Schulgelände und außerdem auf schulische Veranstaltungen (sowie die Wege dorthin, falls diese außerhalb der Schule stattfinden). Im Hinblick auf die Erziehung zu Selbständigkeit und Selbstverantwortung macht die freie Unterrichtsgestaltung in unserem offenen Unterricht eine ständige Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler unmöglich (z.B. Arbeiten die Kinder in verschiedenen Räumen oder im Freien). Solche Unterrichtsformen setzen voraus, dass die Schülerinnen und Schüler möglichen Gefährdungen gewachsen sind. Da man davon ausgehen kann, dass Kinder ihrem Alter entsprechend auch von den Eltern zu selbständigen Arbeiten herangezogen werden, ist gegen das Arbeiten an verschiedenen Orten nichts einzuwenden. Gelegentliche Beaufsichtigung stellt sicher, dass die Schüler/innen sich nicht unkontrolliert fühlen.

Ausflüge
Wir bieten immer wieder verschiedenartigste Ausflüge an. Bei der Wahl der Ausflugsziele werden die Kinder beteiligt.

Ausgeglichenheit

Die Kinder sollen sich in unserer Schule frei, sicher und angenommen fühlen (siehe Angstfrei Lernen). In einer Atmosphäre der Akzeptanz und des Vertrauens sind Kinder und auch Erwachsene wesentlich ausgeglichener. Zur Ausgeglichenheit trägt auch bei, dass häufige Ursachen für schultypische Konflikte von vorneherein vermieden werden (Noten, Hausaufgaben, Zwang zum Stillsitzen, Konzentration auf „Fehler“ der Kinder).


Ausprobieren
Kinder dürfen und sollen eigene Lernwege ausprobieren. Die selbsttätige Beschäftigung mit den Inhalten ist viel wichtiger und vor allem sinnvoller, als die unreflektierte Übernahme von fertig präsentierten Lösungen.

Autonomie:
An unserer Schule verstehen wir unter Autonomie nicht, das Kind „einfach machen zu lassen". Vielmehr geht es darum, dass wir die Persönlichkeit des Kindes zu jeder Zeit unangetastet lassen, dass unsere Kinder selbst bestimmen dürfen, wie sie sind. Dazu gehört auch, dass ein negatives Verhaften nicht verurteilt, sondern im Gespräch nach den Ursachen geforscht wird und wir versuchen, Lösungen für Probleme zu finden. Autonomie beinhaltet auch die Übernahme von Verantwortung für sich und die Gemeinschaft. Verantwortlichkeiten (fürs Lernen, Zusammenleben etc.) werden im Klassenrat geklärt.

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B

Bauabschnitte

Mit einem ersten Bauabschnitt 2008 wurden die nutzbaren Räume um einen zweiten Klassenraum erweitert.
Zwei weitere Bauabschnitte sehen die Schaffung eines Treppenhauses, eines weiteren Klassenraumes
und verschiedener Nebenräume vor.


Begleiten
Die Lehrer/innen der Freien Schule verstehen sich in erster Linie als LernbegleiterInnen der Kinder. Sie unterstützen die Kinder darin, ihren individuellen Weg in das selbstständige und selbstbestimmte Lernen zu finden.

Somit sind auch die Eltern dazu aufgefordert, so wenig wie möglich in das Lernen ihres Kindes einzugreifen. Das ist nicht immer einfach – vor allem dann nicht, wenn das Kind in den Augen der Eltern vermeintlich nicht (oder zu wenig/zu langsam) lernt. Hier bedarf es einer großen Portion Vertrauen und Geduld. Das Lehrerteam steht für Gespräche, die zur Klärung beitragen können, immer gerne zur Verfügung und hier ist auch der Austausch mit anderen Eltern sehr wichtig und hilfreich.


Beratung

Wichtiges Element des Lernens an der Freien Schule Brigach ist die individuelle Beratung: Jedes Kind bespricht regelmäßig mit seinem/r LernbegleiterIn, woran es gerade arbeitet, welche Fragen es dabei hat, und was es sich für die nächste Zeit vornimmt. In der Beratung werden auch die Wochenpläne besprochen und bei jüngeren Kindern gemeinsam ausgefüllt. Die Beratung findet in den freien Lernzeiten der Kinder statt.

Beurteilen
Wir halten Noten aufgrund ihrer Ausrichtung auf eine willkürlich festgelegte Norm für ungeeignet und schädigend. Aus diesem Grund gibt es an unserer Schule keine Ziffernzeugnisse, sondern halbjährliche Schulberichte, die in Textform und mithilfe eines ausführlichen Rasters die Entwicklung der Kinder in verschiedenen Bereichen dokumentiert. Hinzu kommen häufige Beratungsgespräche mit einzelnen Kindern, halbjährliche Eltern-Kind-Gespräche und die regelmäßige Selbsteinschätzung der Kinder.

Bewegungsunterricht (BU)

Das Konzept des BU an der FSB ist eine neue Herangehensweise an die körperliche Entwicklung der Kinder. Der BU fördert die grundlegenden motorischen Fähigkeiten, sowie die Vernetzung von kognitivem Lernen und Bewegungslernen.
Im Wort Be-Greifen steckt eine alte Weisheit: wenn ich etwas mit allen Sinnen ganzkörperlich erfahre, kann ich es leichter verstehen und behalten.

(Bewegungskonzept als Download verfügbar unter Konzept.)

Beziehung
Beziehung heißt „Kontakt zum Anderen“. Der „Andere“ ist ein/e Schüler/in oder ein/e Lehrer/in. Wir legen Wert auf eine gute Beziehung. Das heißt, wir nehmen uns Zeit füreinander und thematisieren Probleme, um sie lösen zu können. Eine gute Beziehung untereinander ist die Basis für eine aufrichtige und entspannte Lernatmosphäre.

Bildungsplan

Der Bildungsplan für Baden-Württemberg (fälschlicher Weise oft als „Lehrplan“ bezeichnet) ist auch Grundlage für die pädagogische Arbeit der Freien Schule Brigach. Er legt viel Wert auf Differenzierung und Orientierung an den Bedürfnissen der einzelnen Kinder und enthält wesentlich weniger konkrete Vorgaben, als häufig angenommen.
Der komplette Bildungsplan für Grundschulen von 2004 ist im Internet verfügbar:
http://www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsplaene/Grundschule/Grundschule_Bildungsplan_Gesamt.pdf

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C

Computer
Den Kindern stehen mehrere Computer mit Internetzugang zur Verfügung. In ihren Lernzeiten können
die Kinder am Computer forschen (z.B. mit kindgerechten Suchmaschinen), eigene Text schreiben,
Bilder oder Präsentationen gestalten und mit Lernprogrammen lernen. Art und Umfang der Computer-
benutzung werden durch Regeln begrenzt, die im Kinderrat diskutiert und beschlossen werden.


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D


Demokratie
Zwei Vertreter, an denen wir uns orientieren, sollen hier genannt werden:


1. John Dewey heute als Begründer der Demokratiepädagogik.
In seinem pädagogischen Hauptwerk „Demokratie und Erziehung“ beschreibt er 1916 ausführlich das Verhältnis zwischen Demokratie und Erziehung. Lernen wird hierin als Handeln betrachtet und das gemeinschaftliche Leben als Aushandeln verstanden.
Der geläufige Satz „learning by doing“ geht auf John Dewey zurück.
Seine Ideen gewinnen heutzutage wieder an Aktualität und Popularität. Zwar wird Individualismus ganz groß geschrieben, trotzdem stehen aber Kompetenzen wie „Teamfähigkeit“, „soziale Intelligenz“ und dergleichen im „Katalog der Schlüsselkompetenzen“ (Bildungsplan).

Unsere Schule soll in diesem Zusammenhang Lernort für gelingendes Leben in der Gemeinschaft sein.

2. Thomas Gordon gibt mit seiner „Gordon Philosophie“ praktische Anleitungen zum demokratischen Umgang mit Kindern und entwickelte eine Kommunikationsform, die grundsätzlich die Selbstachtung aller Beteiligten wahrt. Dabei geht es um Rat und Hilfe, jedoch nie um Befehle und Strafen.

An unserer Schule üben sich die Kinder im Kinderrat täglich im Umgang mit Alltagsdemokratie. Sie machen ihre Regeln für ihr Zusammenleben selbst, indem sie ihr Verhalten und das der Anderen reflektieren und diskutieren. Sie lernen dabei zu argumentieren, stimmen über ihre eigenen Ideen ab und fassen somit für alle gültige Beschlüsse.

Die Stimme der Lehrerin oder des Lehrers zählt genau gleich viel wie eine „Kinderstimme“, wobei die Lehrerinnen und Lehrer im Kinderrat eher zurückhaltend, helfend oder beratend mitwirken, niemals strafend oder befehlend.


Dienste

Insbesondere zur Erhaltung einer ansprechenden Lernumgebung ist ein gewisses Maß an Sauberkeit und Ordnung erforderlich. Dazu haben die Kinder verschiedene Dienste eingeteilt, die regelmäßig wechseln. Manchmal erklärt sich auch ein Kind dazu bereit, einen bestimmten Dienst fest zu übernehmen. Änderungen der Dienste werden im Kinderrat besprochen und beschlossen.


Diskussion
Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung. Prallen zwei Meinungen aufeinander, die womöglich auch noch Auswirkungen auf unseren Schulalltag haben, sprechen wir darüber.

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E


Ehrlichkeit

Wir versuchen, alle Probleme, Konflikte oder Unstimmigkeiten offen und ehrlich anzusprechen und zu klären.
Ehrlichkeit ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Beziehung – zwischen
LernbegleiterInnen und Kindern, zwischen Kindern untereinander und auch zwischen Schule und Eltern.


Eigenverantwortung

Eigenverantwortung übernehmen ist die Basis einer aktiven Lebensgestaltung:

Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."

Mahatma Gandhi


Wir geben den Kindern von Anfang an ein hohes Maß an Verantwortung für ihr eigenes Lernen (siehe auch Eigenzeit) und für ihr Verhalten und das Zusammenleben in der Schule. Statt den Kindern aufbereiteten Lernstoff vorzusetzen, fördern wir die Eigeninitiative der Kinder.

Eigenzeit (Lernen mit frei gestalteter Lernzeit umzugehen)

Die Kinder dürfen weitgehend selbst über ihre „eigene“ Zeit verfügen. Der Schultag wird nicht durch einen strikten Stundenplan durchorganisiert, sondern besteht für die Kinder zu einem guten Teil aus „freier Lernzeit“ (siehe auch Freiarbeit). In dieser Lernzeit dürfen die Kinder frei entscheiden, was sie tun möchten. Es darf lediglich nicht die anderen Kinder beim Lernen stören oder anderweitig gegen die Regeln (siehe Regeln) verstoßen. Dies eröffnet den Kindern einen großen Freiraum, bringt aber auch eine hohe Verantwortung mit, denn sie sind in der Regel selbst dafür zuständig, ihren Schultag zu gestalten.


Elternabend

Der Elternabend ist fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Er findet einmal im Monat statt und bietet eine Plattform für verschiedene Bereiche:

      Hierbei ist besonders wichtig, dass Einzelheiten des Schulkonzepts geklärt werden und die Eltern sich an der fortlaufenden Weiterentwicklung der Schule beteiligen können.
      Außerdem bieten unsere Elternabende auch immer ein Forum für Diskussionen über Schule im Allgemeinen und unsere Schule im Besonderen. Elternmeinungen sind uns wichtig und es liegt uns viel an offener Kritik und einem regen Meinungsaustausch.


      Elternaufgaben/ Elternengagement

      ohne geht es nicht!


      Eltern engagieren sich in allen Bereichen des Schulalltages: vom Putzen über die Festorganisation, Baumaßnahmen bis zu AG-Angeboten.

      Die Freie Schule Brigach funktioniert dann am besten, wenn viele Menschen bereit sind, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Alle Eltern sind in den Putzdienst eingebunden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, AG´s anzubieten, Elternbeirat zu werden, oder einen Elterndienst, wie z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Bibliothek oder Garten zu übernehmen. Außerdem können Eltern über die passive Mitgliedschaft Einblick in die Arbeit des Trägervereins erhalten, bzw. als aktive Mitglieder Entscheidungen mittragen.


      Elternbeitrag / Einlage (siehe Gebührenordnung)

      Der Elternbeitrag ist ein Teil der Finanzierung, da die staatlichen Zuschüsse nur einen Teil der Kosten abdecken.

      Die Einlage ist ein zinsloses Darlehen und verschafft der Schule die nötige Liquidität.
      Die geltenden Gebühren werden in der Gebührenordnung festgelegt.


      Elternbriefe (siehe Montagsmail)

      Eltern-Kind-Gespräche

      Halbjährlich stattfindende Gespräche mit den Eltern und den Kindern. In diesen Gesprächen wird ausführlich die Entwicklung der Kinder thematisiert und das weitere Lernen geplant. Grundlage der Gespräche sind der Schulbericht und die Selbsteinschätzungsbögen.

      Zusätzlich stehen die Lehrerinnen bei Problemen oder Sorgen zu jeder Zeit für Gespräche in der Schule zur Verfügung


      Entdeckendes Lernen
      Kann Lernen spannend sein? Wenn man dabei Entdeckungen machen darf, bestimmt. Beim Entdeckenden Lernen geht der Schüler als Erster seinen eigenen Lernweg. Da können sich auch manchmal Hindernisse und Umwege ergeben. Aber was man da gelernt hat, vergisst man nicht so leicht.

      Enttäuschung
      “Ab und zu sollten wir auch jene, die nichts Gutes an uns finden, maßlos enttäuschen“ (Ernst Ferstl). Jeder Mensch hat seine eigene innere Ordnung – seinen persönlichen Rhythmus. Kein Kind kann mit dem anderen verglichen werden. Wer Kinder vergleicht und an anderen misst, wird sicherlich enttäuscht werden. Uns geht es um etwas anderes: „Die Kinder sind der Fortschritt selbst – vertraut dem Kinde!“ (Rainer Maria Rilke)

      Erwachsenenschrift (siehe Kinderschrift)

      Wir bezeichnen die orthografisch korrekte Schrift als Erwachsenenschrift im Gegensatz zur Kinderschrift. Wir wollen den Begriff „richtig“ vermeiden, weil damit impliziert wird, dass alle anderen Schreibweisen falsch seien.

      Evaluation

      Wir sind eine junge Schule, die sich ständig verändert. Evaluation spielt dabei eine große Rolle. Gemeinsam mit den Kindern, Eltern und Mitarbeitern wird versucht, das Zusammenleben und -lernen so zu gestalten, dass alle Beteiligten sich wohl fühlen. In täglich stattfindenden Kreisgesprächen, regelmäßigen Beratungsgesprächen mit den Kindern, dem Einsatz von Selbst- und Fremdeinschätzungen, in kritischen Rückblicken auf Elternabenden und kollegiumsintern versuchen wir das, was gut ist, zu sichten und beizubehalten, und das, was schlecht ist, zu verbessern oder wegzulassen. Wichtig ist uns immer die ehrliche Meinung und Kritik aller Beteiligten.

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      F


      Fehler

      Es gibt keine Fehler, nur andere Lösungen.“
      Wenn ich erkenne, dass ich mit meiner Lösung weiterkomme, ist das ein Weg. Wenn meine Lösung nicht funktioniert,
      egal ob bei einer mathematischen Aufgabe oder einer sozialen, dann muss ich weiter suchen, bis ich eine
      Lösungen gefunden habe, die zur Aufgabe/Situation passt. Dabei Umwege zu machen ist völlig in Ordnung,
      wichtig ist nur, nicht den Mut zu verlieren, immer wieder neu zu probieren.

      Fördern und Fordern
      Unter diesem Titel läuft ein zusätzliches Nachmittagsangebot, das den Kindern Zeit und Gelegenheit zur Bearbeitung von Lerninhalten in einer kleineren Gruppe gibt. Dies geschieht nicht nur im Sinne von Unterstützung, wenn etwas besonders schwer fällt (Förderung) sondern auch als Herausforderung für Bereiche, in denen das Kind besonders gut ist, und gerne noch mehr lernen möchte (Fordern).


      Forschen
      Warum? Das ist hier wohl die wichtigste Frage. Forschen kann man in allen Bereichen – in Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaften,…. Oft ist es spannend zu erfahren, was ein anderer zu diesem oder jenem sagt und das dann mit den eigenen Ergebnissen zu vergleichen. Ob man wohl eine allgemeingültige Regel aufstellen kann? Zumindest bis zum nächsten Ergebnis. Und dann heißt es „weiterforschen“.

      Freiarbeit
      In der Freiarbeit entscheiden die Kinder an welchem Thema, mit welchen Mitteln, auf welchem Weg und wo sie arbeiten. Diese Vorhaben werden morgens im Klassenrat besprochen und koordiniert. Und so gibt es Tage, an denen im Klassenraum Kinder sitzen, die Geschichten schreiben, andere, die über Planeten forschen und ein Plakat erstellen, am PC eine Einladung zum Schulausflug erstellt wird, in der Küche gebacken, im Brigachhaus Theater gespielt und im Flur im Matheheft gerechnet wird.

      Freier Ausdruck und Freie Texte

      Nach Freinet die Möglichkeit, sich in Wort und Schrift frei auszudrücken. Jedes Kind interessiert sich für ganz unterschiedliche Dinge und hat eine ganz eigene Fantasie. Deshalb geben wir in der Regel keine Aufsatzthemen vor oder lassen die Kinder belanglose Texte abschreiben, sondern ermutigen sie dazu, das aufzuschreiben, was ihnen selbst wichtig ist. Somit entstehen vielfältige und unterschiedlichste Geschichten und Texte, die im Kreis vorgestellt werden können und so wieder Anregungen zum Schreiben für andere Kinder bieten.


      Freiheit

      Wir verstehen unter Freiheit vor allem die Freiheit des Menschen, sich frei von Urteilen im Hinblick auf die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Wie überall gibt es bei uns an der Schule schnelle und langsame, stille und aufbrausende, schüchterne und selbstbewusste Menschen. In unserer Schule möchten wir gewährleisten, dass alle an ihr Beteiligten so sein können, wie sie sind und sie die Zeit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit bekommen, die sie brauchen.
      Freiheit bedeutet auch das Akzeptieren von Grenzen, die für die Gemeinschaft unerlässlich sind. Diese sind, bis auf wenige Ausnahmen, an unserer Schule nicht starr, sondern im Gespräch mit allen veränderbar.

      Freiheit und Grenzen
      Die Freie Schule ist vor allem daran interessiert, die Kinder darin zu ermutigen, zu unterstützen und zu fördern, zu dem zu werden, der sie sind. Das einzelne Kind darf hier seinen Charakter und seine Fähigkeiten ausformen – allerdings nicht grenzenlos! Einrichtungen wie der Kreis, die Streitchefs, oder die Wochenpläne (siehe Kreis, Streitchef, Wochenplan) helfen dabei, in einer Gemeinschaft den eigenen Platz zu finden. Die Kinder setzen sich oftmals gegenseitig Grenzen bzw. bieten einander Unterstützung an. Auf diese Weise lernen sie von Beginn an, sich in einer demokratischen Gemeinschaft zurechtzufinden.

      Freinet
      Celestin Freinet (1896-1966), französischer Lehrer und Reformpädagoge, hat kein geschlossenes pädagogisches System entwickelt, sondern wichtige Impulse für das schulische Zusammenleben und -lernen gegeben, die letztendlich von jede/m Lernbegleiter/in anders praktiziert werden.

      Einige wichtige Prinzipien der Freinetpädagogik sind der Klassenrat zur Organisation und Reflexion des gemeinsamen und individuellen Lernens, das Lernen in Ateliers oder Werkstätten, der freie Ausdruck, der freie Text, das außerschulische Lernen und die Kooperation mit einer Partnerklasse.

      Freinet ging davon aus, dass es eine natürliche Methode des Lernens gibt, dass also der Wissenserwerb nicht vom Lehrer strikt inhaltlich und methodisch vorgeplant werden muss, sondern dass die Kinder selbst durch ihre Neugier für immer neue Themen im Unterricht sorgen, die im Plenum strukturiert und deren Erarbeitung durch die gemeinsame Planung des Vorgehens definiert werden.

      Fremdsprachen
      Ich in der Welt - und die Welt wächst immer mehr zusammen (Globalisierung). Das was ich hier tue, hat vielleicht Auswirkungen am anderen Ende der Welt. Und am praktischsten ist es, den anderen einfach gleich fragen zu können. Außerdem kann es gut sein, etwas mit anderen Augen zu sehen. Also mal im Urlaub mit jemandem darüber zu sprechen. Oder einfach nur ein Eis in der Hitze bestellen zu können.

      Friedenserziehung

      Wenn ein Kind in einer Gruppe akzeptiert wird und ebenso andere akzeptiert, wenn es einen Platz hat, wo es sein kann und diesen auch anderen gewährt, wenn es mit anderen reden, lachen, lernen und spielen kann, dann hat es alle Voraussetzungen für ein friedliches Mit- und Nebeneinander. Und wenn es zu Konflikten kommt und das Kind Möglichkeiten kennt, diese für beiden Seiten befriedigend zu lösen, ohne hilflos um sich zu schlagen, dann ist bereits ein großer Schritt in Richtung Frieden geglückt.

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      G


      Ganzheitlich
      Ich bin meine Augen, mein Körper, mein Herz, mein Bauch, meine Beine, meine Arme, mein Kopf,…
      Wenn mein Kopf lernen soll und meine Arme und Beine sich bewegen wollen, geht das schwer.
      Wenn meine Augen wehtun und ich lesen soll, geht das schwer. Wenn mein Herz traurig ist, kann
      ich auch schlecht lernen. Ich möchte lernen, auf mich als ganzen Menschen zu achten und für
      mich zu sorgen. Dann kann ich neugierig auf das Lernen sein!


      Gebührenordnung

        Der Elternbeitrag für das 1. Kind beträgt im Monat 180,-- €.
        Der Elternbeitrag für das gleichzeitig angemeldete Kind beträgt 150,-- € im Monat.
        Für jedes weitere, gleichzeitig angemeldete Kind sind 120,-- € zu bezahlen.

        Kosten für Getränke, Obst und Schulmaterialien sind nicht im Elternbeitrag enthalten und werden halbjährlich abgerechnet.


        Die Elternbeiträge sind ab Schuljahresbeginn (1. August), spätestens bis zum 5. des Monats per Dauerauftrag auf das Konto des Vereins
        (GLS Bank , BLZ: 430 60 967, Konto Nr.: 701 151 6100) zu überweisen.
        Bei Anmeldungen im laufenden Schuljahr ist der Elternbeitrag ab dem Anmeldemonat fällig.
        Die Einlage von 1.500,-- Euro je Kind ist ebenfalls spätestens bis zum 1. August auf das Konto des Vereins
        (GLS Bank , BLZ: 430 60 967, Konto Nr.: 701 151 6100) zu überweisen. Eine Rückerstattung erfolgt zinslos nach Beendigung der Schulzeit an der Freien Schule Brigach, jedoch frühestens vier Jahre nach der Einzahlung, auch wenn der / die SchülerIn vorzeitig abgemeldet wird.

        Probezeit
        Die ersten 6 Monate gelten als Probezeit. In dieser Zeit kann der Vertrag von beiden Vertragspartnern, mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende, gekündigt werden. Die Kündigung bedarf der Schriftform.
        Die Rückerstattung der Einlage von 1500.- € erfolgt in diesem Fall zum Ende des laufenden Schuljahres.

        Abmeldung
        Abmeldungen können nur nach schriftlicher Kündigung, unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Ende des Schuljahres (31. Juli) erfolgen. Erfolgt die Kündigung nicht fristgerecht, so sind die dem Austrittsmonat folgenden drei Monate noch voll zu bezahlen. Über Ausnahmeregelungen/ Härtefälle entscheidet der Vorstand.

        Eine Abmeldung hat schriftlich zu erfolgen, mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten.


        2. Beitragsordnung Verein:

        (1) Der Verein erhebt keine Aufnahmegebühr.


        (2) Der Mitgliedsbeitrag für ordentliche Mitglieder beträgt 60,-- € jährlich und ist im Voraus zu Beginn des Geschäftsjahres auf das Vereinskonto zu entrichten. Bei Eintritt während des Geschäftsjahres ist der Beitrag anteilig mit 1/12 des Jahresbeitrages (5,-- €) pro verbleibendem Monat durch Überweisung auf das Vereinskonto zu entrichten.

        (3) Fördermitglieder zahlen einen Mindestbetrag von 50,-- € jährlich.


        Geduld
        Die Freie Schule bietet den Kindern den Rahmen, sich individuell in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln. Da hier nicht nur rein schulische Leistungen eine Rolle spielen, sondern das Kind immer in der Entwicklung seiner Gesamtpersönlichkeit betrachtet wird, brauchen Eltern oftmals viel Geduld, Standfestigkeit, Ausdauer und Vertrauen, wenn das eigene Kind noch nicht so schön schreibt, oder so toll lesen kann, wie andere Kinder im gleichen Alter.

        Gemeinsame Beschlüsse
        Beschlüsse, die das tägliche Miteinander, unsere Strukturen und Arbeitsabläufe regeln, werden im Pädagogischen Team gefasst, soweit sie nicht in die Zuständigkeit des Kinder- bzw. Schülerrates fallen. Auch Entscheidungen, die einzelne Schülerinnen oder Schüler betreffen, werden von allen Beteiligten gemeinsam beraten und beschlossen.

        Gemeinschaft
        Jeder soll als einzigartiges Individuum geachtet und respektiert werden und ist doch auch Teil unserer Schulgemeinschaft. Dazu gehört es, Entscheidungen für die Gemeinschaft zu treffen, Urteile zu fällen, Verantwortung und Pflichten zu übernehmen und sich an gemeinsame Beschlüsse und Regeln zu halten. Nur so bleibt unsere Gemeinschaft tragfähig. Unsere Schülerinnen und Schüler erleben Gemeinschaft tagtäglich im gemeinsamen Schaffen und Spielen aber auch immer wieder beim gemeinsamen Feiern, bei Ausflügen oder Schulübernachtungen.

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        H


        Hilfe

        Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld, meine Wege
        zu begreifen. Sie sind vielleicht länger. Vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir
        auch Fehler zu, denn aus ihnen kann ich lernen.“ (Maria Montessori)

        Hospitation
        Besuch ist uns willkommen. Wir geben gerne Einblick in unsere Arbeitsweise. Klar, das ist eben nur ein punktueller Einblick, aber ein guter Anfang für Fragen und Gespräche.
        Nur eine kleine Bitte: Sagt uns vorher Bescheid.

        Es gibt einige Verhaltensregeln für Besucher, die wir zu Beginn der Hospitation erklären.

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        I


        Ideen

        Kinder haben eine Unmenge von Ideen. Diese dürfen sie an der Freien Schule umsetzen und ausleben (in Absprache mit den anderen Menschen an der Schule). So wird der Schulalltag nie langweilig, auch ohne dass die LernbegleiterInnen ständig für Stoff und Unterhaltung sorgen.

        Individualität
        Jeder Mensch hat ein Recht, anders zu sein, als von ihm erwartet wird. Das Individuelle ist das Besondere, was jeden zu der Persönlichkeit reifen lässt, die sich im günstigen Falle zu dem entwickeln kann, was als Anlage in ihr/ihm steckt. Die persönlichen Anlagen zu fördern und dabei ein soziales Miteinander zu gestalten ist unser Anliegen. Zu oft werden junge Menschen durch Anpassungszwang verbogen. Wir wünschen uns einen offenen und fairen Umgang und schaffen Voraussetzungen, dass sich Individualität im demokratischen Prozess entfalten kann.


        Intelligenz

        Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Intelligenz nur wenig mit dem Lernen zu tun hat und dass so genannte „Intelligenztests" nichts über das jeweilige Kind aussagen. Zum einen gibt es die unterschiedlichsten Arten, auf die Kinder lernen. Manche brauchen mündliche Ausführungen (die wenigsten!), manche müssen Dinge einfach tun (die meisten!), manche lernen ganz viel über das Hören, andere über Bilder und Bücher. Wir sind überzeugt von den Konzepten über soziale und emotionale Intelligenz, die geschult werden kann und soll. Deshalb werden an unserer Schule Empathiefähigkeit, Kooperationsfähigkeit, das Vermögen, sachlich Kritik zu üben und auch auszuhalten ebenso hoch geachtet wie kognitive Fähigkeiten.


        Interesse
        Interesse ist die optimale Situation für Lernen. Wenn ein Kind aus eigenem Interesse etwas herausfinden will, dann wird die Zeit nicht lang, dann können keine Hindernisse den Wissensdrang behindern. Und vor allem wird das Gelernte viel besser behalten. Intrinsisches Interesse ist also eine hervorragende Grundlage für unsere selbstbestimmte Art des Lernens.

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        K


        Kinderrat

        Der Kinderrat ist ein Medium, das der Planung und Reflexion von Unterricht und Schulalltag dient und den Kindern ihr Mitbestimmungsrecht sichert und ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation schult.
        Im Kinderrat werden Konflikte geklärt, Unternehmungen, Arbeitsräume, gemeinsame Vorhaben etc. vorgeschlagen und
        koordiniert, Lernsachen besprochen, Kritik geübt, Erarbeitetes vorgestellt, über Regelvorschläge abgestimmt, oder einfach
        nur erzählt.
        Der Kinderrat findet im Sitzkreis zwei bis dreimal täglich statt, oft als Planungskreis morgens und mittags
        als Vorstellkreis.


        Kinderschrift (siehe Erwachsenenschrift)
        Im ersten Schuljahr (und in manchen Fällen auch noch lange im zweiten Schuljahr) ist das Ziel beim Schreibenlernen, die „Kinderschrift" zu beherrschen. Diese steht im Gegensatz zur „Buch- oder Erwachsenenschrift', also der rechtschriftlich korrekten Schrift. Wie bereits unter dem Stichwort „Anlauttabelle" beschrieben, verläuft das Schreibenlernen aller Kinder in etwa gleich, nämlich in 6 Stufen (wobei der Zeitpunkt, zu dem die Kinder eine dieser Stufen erreichen, bis zu 3 Jahre variieren kann und nicht immer alle Stufen durchlaufen werden).

        Die meisten Kinder beginnen (oft lange vor der Schule) bei der Stufe 0, bei der sie schon Buchstaben gebrauchen, aber Worte willkürlich verschriften (also z.B. „MKUE" für Papa etc.)

        Es folgt die Stufe 1, in der das Kind bereits den Anlaut hört (also „M" für Maus schreibt).

        Dann kommt die Stufe 2, bei der das Kind schon einige wenige Laute aus dem Wort

        heraushört (meist die sehr prägnanten und lang gesprochenen — Vokale fehlen oft), zum Beispiel „LT" für Leiter:

        Auf Stufe 3 hören die Kinder schon weit mehr als die Hälfte der Laute und können diese auch verschriftlichen (beispielsweise „SCHMEL" für Schimmel.
        Stufe 4 ist die eigentliche Kinderschrift, das lautgetreue Schreiben. Die Kinder schreiben jetzt die Wörter so, wie sie sie aussprechen und hören (also WANT für Wand oder LAITA für Leiter). Auch dialektische Färbungen werden hier oft verschriftlicht, z.B. bei ISCHT für ist.
        Die Stufe 5 ist die Hochform des Schreibens, das rechtschriftlich korrekte Schreiben. Es spielt in der ersten Klasse eigentlich noch gar keine Rolle. Manche Kinder entdecken aber schon erste Schreibweisen am Ende der ersten Klasse, zum Beispiel das ei (statt ai) oder das -er als Endung (z.B. bei Leiter). Die Rechtschreibung spielt aber erst ab frühestens der zweiten Klasse eine Rolle, für viele Menschen ist das Erlernen der Rechtschreibung sogar ein lebenslanger Prozess!


        Kleine Schritte
        Jedes Kind macht individuelle Fortschritte. Was den Eltern oft als kleine Schritte erscheint, sind in den Augen des Kindes und auch der LehrerInnen große Schritte.


        Kooperation zwischen Kindergarten und Schule
        Schulanfänger können und sollen während ihrer letzten Kindergartenwochen bei uns hospitieren. Die Hospitation kann regelmäßig, z.B. einmal in der Woche, stattfinden. Wir haben festgestellt, dass den Kindern der Schulanfang leichter fällt, wenn sie schon wissen, was sie erwartet und was auf sie zukommt und wenn sie uns und ihre neue Umgebung schon etwas kennen gelernt haben.

        Kreativität
        Schöpferisch tätig sein – Neues probieren. Das ist bei uns willkommen. Sei es im Lösen von Matheaufgaben auf eigenen Wegen, beim Schreiben oder Malen von Geschichten, bei wissenschaftlichen Forschungen, bei Tänzen, künstlerischem Werken…. Und wenn es im sozialen Miteinander scheinbar keine Lösung gibt – dann hilft nur noch Kreativität – eine neue Lösung entwickeln.


        Kreis
        Der Kreis ist die regelmäßige Versammlung der ganzen Gruppe. Hier findet der Kinderrat statt, hier stellen die Kinder ihre Arbeiten vor und mit einem Kreis beginnt und endet jeder Schultag.


        Kreischef
        Der Kreis wird von einem Kind, dem „Kreischef“ geleitet. Der Kreischef erteilt den anderen (und sich selbst!) das Wort, er mahnt die Teilnehmer im Kreis zur Ruhe und Aufmerksamkeit und leitet die Abstimmungen. Jedes Kind bekommt Gelegenheit Kreischef zu sein, wobei der Kreischef entweder gewählt werden kann oder in einem rotierenden Verfahren mit anderen Ämtern regelmäßig wechselt. Über das Verfahren entscheiden die Kinder im Kinderrat.

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        L


        Langeweile

        Dieses Wort wurde niemals von Kindern geprägt. Ein Kind, das in seiner Entwicklung ungestört gelassen wurde,
        findet immer etwas Interessantes, Neues, Aufregendes, Schönes, Beachtenswertes .in der Welt. Langeweile
        entsteht erst, wenn durch zu viele Angebote (Medienkonsum, Eventmanagement, Lern- und Leistungs-
        angebote, etc.) die Eigenimpulse eines Kindes abgeschnitten wurden. Welches Kind hat heute noch Zeit zum Träumen?


        Leistung

        In den Jahren des Bestehens der Freien Schule Brigach haben wir eins gelernt: Leistung ist alles, nur nicht vergleichbar, wie uns die Notengebung weismachen will. Wir haben in unserer Schule Kinder, für die ist es im ersten Schuljahr die allergrößte Leistung zu sagen: „Ich male heute ein Bild" und das dann auch in die Tat umzusetzen. Ein anderes Kind der ersten Klasse hält hingegen zur gleichen Zeit schon einen kompetenten Vortrag über Tiger. Alle Kinder sind verschieden und das zu jeder Zeit. Wir versuchen an unserer Schule durch gezielte Beobachtungen, individuelle Gespräche, Selbsteinschätzungen, Lernreflexionen etc. gemeinsam mit den Kindern, die für sie mögliche Leistung zu definieren. Und das kann für das eine Kind heißen, im den nächsten Wochen zum gemalten Bild (allein oder mit Hilfe eines anderen Kindes) ein paar Worte zu schreiben, für das andere Kind bedeutet es, für seinen nächsten Vortrag schon ein PC-Programm zu nutzen. An einer vermeintlichen Norm soll bei uns kein Kind gemessen werden, auch wenn wir den Bildungsplan für Baden-Württemberg als Ausgangspunkt und Orientierungsrahmen für LerenbegleiterInnen, Eltern und Kinder nehmen.

        Während landläufig der Begriff „schulische Leistungen“ ausschließlich für erworbene (und mit Noten belegte!) Fähigkeiten in bestimmten Schulfächern steht, erkennen wir an, dass auch Fortschritte im sozialen und emotionalen Bereich enorme Leistungen eines Kindes sind. So kann ein Zweitklässler, der am Anfang des Schuljahres noch schüchtern neben der Lehrerin sitzt und sich nicht traut, im Kreis überhaupt nur zu sprechen, vielleicht am Ende des Schuljahres sogar als Kreischef den Kinderrat leiten. Den Wert einer solchen Entwicklungsleistung für das Kind kann man kaum hoch genug einschätzen!


        Lernen mit allen Sinnen
        Sind wir nicht alle ein bisschen verschieden? Lernen wir nicht das eine besser über die Augen, das andere durch praktisches Ausprobieren, oder wollen wir beides machen, oder eher zuhören, oder mitfühlen?

        Ein Gespür für die passenden Sinne herauszufinden, das wollen wir unterstützen.


        Lesen

        Unsere Schülerinnen und Schüler lernen Lesen durch Schreiben nach der Methode von Jürgen Reichen (siehe Anlauttabelle).
        Um zum Lesen zu motivieren und die Freude daran zu wecken bzw. zu erhalten, stehen immer wieder Bücher und Zeitschriften im Mittelpunkt:
        - Es gibt reichlich Lesematerial in der Schule,

        - Bücher werden vorgelesen (von Erwachsenen und Kindern)
        - Zeitschriften werden ausgelegt,

        - wir besuchen regelmäßig die Bücherei, um Bücher auszuleihen,
        - Schülerinnen und Schüler stellen Bücher vor, die sie gelesen haben,
        - Autorenlesungen werden veranstaltet.



        LernbegleiterInnen

        Die „LehrerInnen“ versuchen nicht, die Kinder zu be“lehren“, sondern begleiten jedes Kind auf seinem individuellen Lernweg.


        Lernjahr
        Da wir keine Klassen führen, haben wir uns entschieden auf den Schulberichten statt der Klassenstufe das Lernjahr (also das Jahr des Schulbesuchs – Erstklässler = 1. Lernjahr) auszuweisen. Die Erfahrung zeigt, dass ein Kind im 3. Lernjahr in einzelnen Bereichen schon Fähigkeiten entwickeln kann, die einer höheren Klassenstufe zuzuordnen wären, und in einem anderen Fach vielleicht eher ein Zweitklässler sein kann. Die Angabe einer Klasse erweckt immer den Eindruck, dass alle Kinder einer Altersstufe in jedem Lernbereich einen ähnlichen Stand haben – was in der Realität nicht so ist!

        Lob

        Lob baut einen auf. Lob ermutigt einen zum Weitermachen. Wenn ich etwas für mich Schwieriges schaffe, etwas durchhalte, wie gut tut mir dann auch die Anerkennung von anderen (Schülern, Eltern, Lehrer). Dann kann ich mich gleich viel schneller in das nächste Aufgabenabenteuer stürzen.
        Ein guter „Lobender“ kann sich einfühlen, was dem anderen schwer fällt, denn dann zählt Lob besonders viel.


        Loslassen (den Kindern auf ihrem Weg vertrauen – sie nicht festhalten)

        Jedes Kind ist neugierig und möchte lernen. Wir als Erwachsene brauchen die Kinder nicht auf Schritt und Tritt an der Hand zu führen, sondern können fest darauf vertrauen, dass sie ihre eigenen Lernwege finden – wenn man sie lässt!

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        M


        Materialien
        Das Material, das wir nutzen, ist in den seltensten Fällen vorstrukturiertes, didaktisches Material.
        Vielmehr arbeiten wir mit Werkzeugen, die den Kindern ermöglichen sollen, ihr Lernen selbst
        in die Hand zu nehmen, z.B. die Anlauttabelle, Mengentabellen, PC-Programme, wie Word oder
        PowerPoint, Sachbücher oder richtiges Werkzeug, wie Hammer, Bohrer und Säge. Wir gehen
        davon aus, dass Kinder kompetente Lerner sind, die mit dem geeigneten Werkzeug und Interesse
        ihr Lernen selbst in die Hand nehmen können. Vor allem wollen wir dadurch der „Überschwemmung"
        mit Lernsoftware und -Spielzeug entgegenwirken, das den Kindern vorgaukelt, Lernen müsse immer
        mit Unterhaltung verbunden sein.


        Mitarbeiter

        Im pädagogischen Team arbeiten ausschließlich wissenschaftlich ausgebildete LehrerInnen. Sie werden unterstützt von PraktikantInnen, 1,- € - Kräften und Honorarkräften.

        Mitbestimmung (Siehe auch Demokratie)

        Regeln, die zum Zusammenleben in der Schule erforderlich sind, werden von den Kindern selbst aufgestellt.
        Im Kinderrat diskutieren sie ihre Belange, stimmen ab und fassen Beschlüsse, die für alle Kinder gültig sind.
        Der Kinderrat findet in der Regel täglich statt. Darüber hinaus findet einmal wöchentlich der Schulrat statt. Hier werden längerfristige Planungen und Abstimmungen getroffen.


        Montagsmail

        Der klassische Elternbrief wurde bei uns durch die so genannte „Montagsmail“ ersetzt. Jeden Montag erhalten alle Eltern eine Email mit den neuesten Nachrichten aus der Schule. Mit der Montagsmail werden auch Anmeldungen zu freiwilligen Angeboten und Ausflügen und andere organisatorische Informationen verschickt. Eltern, die keinen regelmäßigen Zugang zum Internet haben, bekommen einen Ausdruck der Montagsmail, den die Kinder mitnehmen.


        Mut
        Unter Umständen bedarf es manchmal Mut, dem eigenen Kind und dem pädagogischen Konzept der Freien Schule zu vertrauen. Eltern haben die Möglichkeit, zu lernen, diesen Mut zu fassen

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        N


        Noten
        Noten implizieren, dass es eine (Lern-)Norm gibt, die es zu erfüllen gilt. Sie unterstellen auch, dass die
        Abweichung von dieser Norm etwas Negatives ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die
        dazu die Möglichkeit haben, sich nicht um Noten scheren. Im Gegenteil: Unserer Erfahrung zeigt,
        dass gerade Kinder, die von Noten gebenden Schulen zu uns kommen, sich an einer vermeintlichen
        Norm orientieren und entweder jegliche Eigenverantwortung für ihr Lernen „verlernt" haben oder
        alles, was mit Lernen und gemeinschaftlichem Handeln zu tun hat, vermeiden. Das heißt nicht, dass
        alle Kinder, die ohne Noten lernen, kreative und selbstverantwortliche Wesen sind. Wir glauben
        aber, dass der Weg zur Selbstverantwortung und zu kreativern Handeln leichter beschritten werden
        kann, wenn er nicht an einer Norm gemessen wird. Regelmäßige Beratungsgespräche, viel Zeit
        und Raum zum Erkunden der eigenen Möglichkeiten und Grenzen sind unserer Meinung nach
        bessere Faktoren, um das eigene Lernen und Leben in die Hand zu nehmen.


        Nichts tun

        Auch wenn ein Kind dem Anschein nach „nichts“ tut, so wird es doch innerlich mit irgendetwas beschäftigt sein – vielleicht sucht es eine Lösung für ein Problem mit anderen Kindern oder braucht einfach Ruhe, um innere Sicherheit zu gewinnen oder es lässt die Fantasie schweifen und beginnt vielleicht bald eine neue Geschichte zu schreiben. Solange andere Kinder nicht beim Lernen gestört werden, darf ein Kind immer auch „nichts tun“.

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        O

        Offener Unterricht

        Die Begriffe „Offener Unterricht" und „Freiarbeit" werden derzeit für viele Formen der Unterrichtsgestaltung
        genutzt. An unserer Schule geht die Vorstellung von offenem Unterricht so weit, dass die Kinder
        auch maßgeblich an der Entscheidung über schulische Inhalte und ihre Lernwege, sowie über die
        Gestaltung des Schulalltags und dessen Regeln beteiligt sind. Ziel ist, dass die Kinder sich zunehmend
        für ihr eigenes Lernen verantwortlich zeigen und ihr eigenes Lernverhalten reflektieren.

        Konkret sieht das so aus, dass die Kinder sich (zunächst für eine Lernzeit oder einen Tag, später für eine
        oder mehrere Wochen) Lerninhalte und -Ziele setzen, die sie in die Tat umsetzen. Wenn sie Hilfe brauchen,
        werden sie von den LernbegleiterInnen beratend unterstützt. Erfahrungsgemäß kommen Kinder in dieser
        Form des Unterrichts am besten zurecht, wenn sie sie möglichst vom ersten Schuljahr an erfahren, und
        wenn die Eltern ihre Kinder in ihrer Neugier unterstützen – aber nicht mit zu hohen Erwartungen überfordern.
        Kinder, die aus geschlossenen, lehrgangsähnlich unterrichtenden Klassen zu uns kommen, brauchen
        erfahrungsgemäß länger, um zum eigenen Lernen zu finden.


        -Organisationsstruktur


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        P

        Pädagogisches Team
        In verschiedenen Zusammensetzungen (Lernbegleiterteam, Schulleitungsteam) wird in regelmäßigen
        Abständen der pädagogische Alltag geplant, reflektiert und das Konzept weiterentwickelt.


        Praktika

        Schüler in der Sekundarstufe lernen in verschiedenen Praktika unterschiedliche Berufe und Betriebe kennen.
        Dies ist ein wesentlicher Baustein für einen guten Einstieg in eine spätere Berufsausbildung, die den Interessen
        und Neigungen der Jugendlichen entspricht.


        Projekte

        Wir unterscheiden zwei Arten von Projekten. Zum einen gibt es immer wieder Projekte, die von LernbegleiterInnen oder Eltern initiiert werden und dann über einen gewissen Zeitraum im Mittelpunkt des Schulalltags stehen oder als zusätzliches Angebot am Nachmittag stattfindet (z.B. Mittelalter, Zaubern, Zirkus, erneuerbare Energien). Zum andern gibt es Projekte, die von Schülerinnen und Schülern selbst ausgehen, wie zum Beispiel das Herstellen und Verkaufen von Briefumschlägen oder das Schreiben und Vorführen von eigenen kleinen Theaterstücken.

        Putzdienst

        Alle Eltern sind in den Putzdienst eingebunden. Der aktuelle Putzplan wird zu Beginn jedes Schuljahres verteilt. Dann wird auch darauf hingewiesen, was zu putzen ist, wo sich der Schulschlüssel befindet, usw.

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        Q

        Qualität
        Zuerst ein kleiner Exkurs. Qualität hat z. B ein Pullover, den man 30 x wäscht und der nicht eingeht, ausfranst
        oder die Farbe verliert. Qualität hat ein Kuchen, der aus guten Zutaten besteht. Doch da gibt es auch schon
        wieder unterschiedliche Geschmäcker. Kann man vielleicht definieren, dass Qualität etwas ist, was Bestand hat?

        Nun zur Qualität in Bezug auf das Lernen an der Freien Schule. Wir wollen hier etwas betrachten, das verglichen
        mit anderem Bestand hat. Das Lernen mit einem Produkt wie einem Pullover, Auto oder Kuchen zu vergleichen
        ist schwierig. Welche Kriterien können und wollen wir als Maßstab nehmen? Wir haben Kinder; eines ist anders
        als das andere. Also brauchen wir auch verschiedene Lernmaßstäbe. Welche Bereiche des Lernens wollen
        wir vergleichen? Sind es methodische, fachliche, praktische, soziale Kompetenzen? Qualität an unserer Schule
        kann man wohl am besten so ausdrücken:

        Kinder formulieren für sie wichtige Ziele und erreichen diese. Diese erlernte Qualität schmeckt auf dem Weg
        vielleicht nicht immer wie süßer Kuchen, überdauert aber mehrmaliges Durcheinanderwirbeln
        in der Lebenswaschmaschine.


        Quereinsteiger
        Quereinsteiger sind Kinder, die erst nach einer gewissen Zeit an anderen Schulen zu uns kommen. Grundsätzlich nehmen wir gerne Quereinsteiger auf, doch muss beachtet werden, dass es die „Selbstregulierungskräfte“ der Gemeinschaft der Kinder überfordert, wenn zu viele Quereinsteiger mit schwierigen schulischen Vorerfahrungen auf einmal kämen. Deshalb ist vor einem Quereinstieg eine Hospitation der Kinder erforderlich. Leider kann schon eine relativ kurze Zeit an einer „normalen“ Schule genügen, um bei einem Kind die Freude am Lernen und das Vertrauen in die eigene Lernfähigkeit durch Misserfolgserlebnisse zu verderben. Wenn das Kind dann nach zwei oder drei Schuljahren zu uns kommt, wird es immer eine Zeit der Eingewöhnung und Erholung brauchen, bis es sich aus eigener Kraft wieder an typische Lerntätigkeiten wie Schreiben oder Mathematik wagt.

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        R


        Regeln (siehe Mitbestimmung)
        Werden die gemeinsam beschlossenen Regeln nicht eingehalten, überlegt der Kinderrat, wie damit
        umgegangen werden soll. Dabei sind je nach Sachlage ganz verschiedene Reaktionen möglich.
        Mal genügt die Entschuldigung und das Versprechen, sich in Zukunft an die Regel zu halten. Ein andermal
        muss etwas wieder gut gemacht werden. Es kann auch vorkommen, dass ein Regelverstoß eine logische
        Konsequenz nach sich zieht. Manchmal erkennen die Kinder aber auch, dass eine Regel sich nicht
        bewährt oder nicht praktikabel ist, so dass Regeln auch verändert oder aufgehoben werden können.


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        S

        Schülerrat

        Der Schülerrat ist die Versammlung aller Schüler und der LernbegleiterInnen (sofern sie an diesem Tag
        in der Schule sind). Der Schülerrat legt Regeln für die gesamte Schule fest und wird zur Organisation von
        allen Dingen genutzt, die die gesamte Schule betreffen. Im Schülerrat werden auch die Schülervertreter
        gewählt. In diesem Schuljahr findet der Schülerrat immer freitags nach der zweiten Pause statt.


        Schule für alle
        Wir bauen derzeit die Sekundarstufe als direkte Fortsetzung der Grundschule auf, das heißt wir wollen allen Schülern die Möglichkeit geben, bis zum mittleren Bildungsabschluss (Werkrealschulabschluss, in der Regel nach 10 Lernjahren) gemeinsam zu lernen. Eine Aufteilung der Kinder nach Klasse 4 auf unterschiedliche Schularten oder Kurse findet nicht statt. Wir sind überzeugt, dass begabte SchülerInnen bei entsprechendem Interesse sich selbstständig und mit vielfältigen Angeboten eine breite Basis an Kompetenzen und Wissen aneignen werden. Wer den Schulabschluss nach Klasse 10 mit guten Leistungen ablegt, kann danach auf ein Berufliches Gymnasium wechseln und dort innerhalb von 3 weiteren Schuljahren die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erwerben.

        Selbstbestimmung

        Selbstbestimmtes Handeln bedeutet, seiner Persönlichkeit entsprechend handeln zu dürfen, ohne darin eingeschränkt zu werden. Selbstbestimmung bedeutet nicht, tun und lassen zu können, was man will. Vielmehr heißt Selbstbestimmung, für sein eigenes Handeln die Konsequenzen tragen zu können und sich aus eigenem Antrieb an die Regeln einer Gemeinschaft zu halten. Bei uns sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, ihren Möglichkeiten (und Grenzen) entsprechend handeln zu dürfen. In gemeinsamen Kreisgesprächen (dem Kinderrat) wird das eigene Handeln und das der anderen Kinder ständig einer Evaluation unterzogen, Regeln aufgestellt und im Bedarfsfall modifiziert. Kinder mit unangepasstem und unangebrachtem Verhalten (oft Kinder, die vorher in einem fremdbestimmten Umfeld waren) werden nicht verurteilt, sondern in diesen Prozess miteinbezogen. Dennoch haben es oftmals gerade diese Kinder nicht leicht, sich an ihr neues Umfeld mit selbst bestimmten Regeln zu gewöhnen.

        Selbsteinschätzung

        Einmal pro Halbjahr erhalten die Kinder einen Selbsteinschätzungsbogen, auf dem sie ihre eigenen Fähigkeiten im sozialen Bereich und in den einzelnen Fachbereichen durch Ankreuzen einschätzen. Dazu enthält der Bogen offene Fragen, z.B. was dem Kind noch wichtig ist. Natürlich dürfen bei jüngeren Kindern die Eltern beim Ausfüllen und vor allem beim Lesen und Verstehen der Fragen helfen. Sie sollten aber das Kind nicht in irgendeiner Richtung beeinflussen. Der Selbsteinschätzungsbogen ist zusammen mit dem Schulbericht die Grundlage für das halbjährliche Eltern-Kind-Gespräch.

        Selbstorganisation
        Für Eltern ist die Selbstorganisation ihrer Kinder oft schwierig auszuhalten, denn bevor ein Kind sich selbst organisieren kann, also sich für seine Vorhaben und Dinge selbst verantwortlich zeigt, liegt oft eine lange Strecke des Erprobens. Ein Kind kann in den seltensten Fällen zu Beginn des ersten Schuljahres ein Lernvorhaben planen, sich Material dafür besorgen und das Vorhaben zielgerichtet in die Tat umsetzen. Genau diese Form der Selbstorganisation ist das Ziel des pädagogischen Alltags in unserer Schule. Am besten helfen Sie als Eltern Ihrem Kind dabei, indem Sie ihm in seinem Handeln vertrauen und ihm auch etwas zumuten (das ist mit „Fordern" gemeint). Ein Kind im ersten Schuljahr kann und soll seine Schulsachen möglichst allein verwalten, es kann allein in den Klassenraum gehen, sich allein an- und ausziehen und muss verschlampte Schulsachen nicht ständig ersetzt bekommen (höchstens vom eigenen Taschengeld). Auch wenn Kinder anfangs damit Probleme haben - für sich selbst zu sorgen, lernen Kinder nur, wenn sie dazu auch die Möglichkeit bekommen und ihnen diese „Arbeit" nicht abgenommen wird.

        Selbständigkeit

        An unserer Schule haben wir eine sehr weit gehende Vorstellung von Selbständigkeit. Unter Selbständigkeit verstehen wir, dass ein Kind in der Lage ist, die alleinige Verantwortung für sich und sein Lernen zu übernehmen. Das ist möglich, wenn Kinder von Beginn an als kompetent im Hinblick auf ihr Leben und Lernen angesehen werden. Aus diesem Grund halten wir uns mit Hilfestellungen und Belehrungen stark zurück, um den Kindern zu ermöglichen, ihren eigenen Weg ins Lernen zu finden und in schwierigen Situationen allein zu bestehen. Ein Kind, das selbständig lernt, ist beispielsweise in der Lage, sich einen Lernplan für einen Zeitraum selbständig zu erstellen und diesen einzuhalten. Unterstützend wirken dabei Beratungsgespräche mit den LernbegleiterInnen, regelmäßige Selbsteinschätzungen, Lemevaluationen im Sitzkreis etc. Dieses „Lernen lernen" hat bei uns Priorität vor den Inhalten.

        Zur Selbständigkeit gehört auch, sich für sich und seine Handlungen verantwortlich zu zeigen, Kritik zu vertragen und Konsequenzen seines Handelns zu tragen.
        Unser Ziel ist, dass Kinder zu selbständigen Erwachsenen heranwachsen, die wissen, was sie wollen und können.



        Selbstorganisiertes Projekt

        Der Verein Selbstbestimmtes Lernen e.V. ist aus einer Elterninitiative heraus entstanden.

        Sich angenommen fühlen

        Kinder haben, wie alle anderen Menschen auch, das Bedürfnis, sich in einer Gemeinschaft wie der Schule angenommen zu fühlen. Dies wird wesentlich erleichtert, wenn die Erwachsenen auf die Wünsche und Ideen der Kinder eingehen können und die Kinder keine Ablehnung befürchten müssen. Häufige Kritik an der eigenen Arbeit, schlechte Noten oder Strafen wegen „Störungen“ können bei Kindern an Regelschulen dazu führen, dass sie sich von der LehrerIn abgelehnt fühlen.


        Spenden

        Spenden helfen uns den Finanzbedarf zu decken.
        Spenden an den Trägerverein Selbstbesimmtes Lernen e.V. sind von der Steuer absetzbar.

        Auch Sachspenden sind immer willkommen. Sachspendenwünsche hängen in der Schule aus.

        Stoppregel
        Eine der wichtigsten Regeln: Wenn ein Kind „Stopp“ sagt, muss der andere aufhören. Verstöße gegen die Stoppregel können im Kinderrat geahndet werden.

        Streitchef

        Überall wo Kinder zusammen sind, kommt es hin und wieder zu Streit. Wir möchten die Kinder stärken, indem wir sie ermutigen, ihre Konflikte selbst zu lösen. Es gibt immer mehrere Streitchefs, also im Kinderrat gewählte Kinder. Wenn nun zwei Kinder einen Streit haben, dann wenden sie sich an den Streitchef. Dieser versucht zunächst, neutral das Problem zu erklären. Dazu legen beide Seiten ihre Sicht dar. Dann versucht der Streitchef, mit den streitenden Kindern eine gemeinsame Lösung zu finden. Oft genügt eine Entschuldigung und eventuell eine kleine Wiedergutmachung. Wenn der Streitchef keine Einigung erreicht, kann der Streitfall im Kinderrat behandelt werden.

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        T

        Tag der offenen Tür

        Der Tag der offenen Tür bietet uns die Möglichkeit, der Öffentlichkeit einen Einblick in unser Schulleben zu
        gewähren und aus dem Unterricht erwachsende Ideen zu präsentieren. Hier besteht die Möglichkeit die
        Schule kennen zu lernen und mit den Protagonisten zu sprechen.

        Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Gelegenheit auch gerne, um ihre Klassenkasse aufzubessern oder
        für einen guten Zweck Geld zu erwirtschaften. Sie stellen in der Schule selbst etwas her, was sie dann in
        Eigenregie verkaufen. Schließlich beraten und beschließen sie gemeinsam, wie mit dem erwirtschafteten
        Gewinn verfahren werden soll. Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler am Tag der offenen Tür
        die Gelegenheit vor größerem Publikum etwas aufzuführen oder vorzutragen.

        Der Tag der offenen Tür findet traditionell an einem Samstag im Herbst statt.


        Tanz und Bewegung (siehe Bewegungsunterricht)

        Der Tanz ist eine der ursprünglichsten Ausdrucksformen des Menschen und diente seit jeher zwei Aspekten im Leben aller Kulturen: a) Ein Ausdruck zur Überhöhung des Alltäglichen, als rituelle Handlung im Sinne von z.B. Dankbarkeit für gute Ernte, Bitte um Fruchtbarkeit etc. und b) als Teil von gesellschaftlichen Anlässen wie Freudenfeste (Hochzeiten, Initiationen, jahreszeitl. Feste etc.).

        In diesem Sinne ist Tanz immer eng mit Musik verbunden.

        Ein afrikanisches Sprichwort drückt dies so aus: 'wer reden kann, kann singen' und daraus wird: 'wer gehen kann, kann tanzen'.


        Tagesablauf
        Die Schule ist ab 7.30 Uhr geöffnet (siehe verlässliche Grundschule). Der Unterricht beginnt um 8.00 Uhr mit dem ersten Kreis. Nach dem Kreis ist die 1. Lernzeit bis zur großen Pause (von 10.00 Uhr bis 10.30 Uhr). In der Lernzeit können die Kinder selbstständig arbeiten oder sie nehmen an einem Angebot teil. Für die jüngeren Kinder gibt es eine kleine Pause um 9.00 Uhr, da wir festgestellt haben, dass die Lernzeit für sie sonst zu lang wird. Die 2. Lernzeit ist etwas kürzer (10.30-11.45). Danach gibt es noch eine Viertelstunde Pause und eine Aufräumzeit und den Abschlusskreis. Schulschluss ist um 12.45 Uhr. Anfang und Ende sowie die Pausenzeiten können nicht von den Kindern verlegt werden (Aufsicht), aber es gab z.B. schon regelmäßig nach der großen Pause einen Mittelkreis, den die Kinder dann im Kinderrat abgeschafft haben.

        Teamarbeit

        Durch die freie Wahl der Lernpartner und der Lernform, können sich die Kinder auch ständig in der Teamarbeit erproben.

        Trägerschaft

        Der Träger der Schule ist der gemeinnützige Verein Selbstbesimmtes Lernen e.V. (Verein). Der Verein stellt das Personal, sorgt für das Gebäude und die Finanzen.

        Transparenz

        Die vernetzte Organisatonsstruktur (siehe Organisationsstruktur) ermöglicht den Einblick in Entscheidungsprozesse und die Teilnahme daran.

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        U


        Unterstützung des Kindes
        Auf dem Weg zum selbstständigen Lernen braucht das Kind die Unterstützung und das Vertrauen der Eltern.
        Wenn ihr Kind Fragen stellt, nehmen Sie sich die Zeit, ihrem Kind bei der Suche nach seinem eigenen
        Lösungsweg zu helfen. Widerstehen Sie der Versuchung, die schnelle Antwort auf eine Frage dem
        Lösungsweg vorzuziehen. Lassen Sie auch ungewohnte Lösungs(um)wege ihres Kindes zu.

        Es kann Ihnen passieren, dass Ihr Kind nicht viel von seinem Lernen in der Schule erzählt und seinen
        „Wissensstand“ nicht dokumentiert. Ihr Kind bringt keine ausgefüllten Zettel, benotete Tests und auch keine
        Fleißkärtchen mit nach Hause. Ein Blick in den Wochenplan kann Ihnen aber zeigen, womit sich das Kind
        in der Schule beschäftigt. Drängen Sie es nicht und vertrauen Sie dem Kind und seiner Neugier.
        Jederzeit können Ihnen Gespräche mit den LernbegleiterInnen die Sicherheit vermitteln, die Sie brauchen.


        Unzufriedenheit äußern
        In einer Gemeinschaft ist es wichtig, offen miteinander umzugehen. Ein gutes Klima ist für alle von Vorteil – vor allem für die Kinder. Die Lernbegleiter, die Schulleitung oder der anonyme Kummerkasten haben ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Zweifel.

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        V

        Verantwortung
        In der Schule übernehmen die Kinder Verantwortung für ihr Lernen, aber auch für das Funktionieren
        ihrer Gemeinschaft im Schulalltag. Die Verantwortung für das eigene Lernen beinhaltet das Einhalten
        von Verabredungen wie auch das Erkennen der individuellen Lernmethoden. Kinder, die zu Hause darin
        unterstützt werden, ihren eigenen Weg zu gehen, die Fehler machen und aus Fehlern in ihrem eigenen
        Tempo lernen dürfen und die selbst Verantwortung übernehmen erleben sich positiv in ihrer Selbstwirksamkeit.
        Das wiederum wirkt sich fördernd auf das Selbstbewusstsein aus und erhöht die Motivation für den nächsten Lernschritt.



        Verein/ Vorstand

        Wichtige Beschlüsse fasst die Mitgliederversammlung (MV).
        Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins und vertritt ihn nach innen und außen.

        Der Vorstand wird alle zwei Jahre von der MV gewählt und wird von einem Beirat unterstützt.

        Vereinbarung (siehe Absprache)

        In der Beratung und bei den Eltern-Kind-Gesprächen können Vereinbarungen zwischen den Lernbegleitern und dem Kind getroffen werden. Hier kann z.B. vereinbart werden, dass das Kind regelmäßig an einer bestimmten Lernsache arbeitet, z.B. mindestens eine Seite Geschichte schreibt. Lernvereinbarungen geben dem Kind Orientierung und sichern einen gewissen Lernfortschritt.


        Verlässliche Grundschule

        In der Zeit von 7.30 bis 13.30 ist an jedem Schultag mindestens eine Aufsichtsperson anwesend. Somit können sich die Eltern darauf verlassen, dass ihr Kind in dieser Zeit in der Schule betreut ist.

        Verständnis
        Das Kind braucht Verständnis für seine Art zu lernen.


        Vertrauen
        Unserer Erfahrung nach lernen Kinder am besten in einer Umgebung, in denen sie Vertrauen in ihr Handeln spüren. In einer Zeit, in der immer mehr in immer kürzerer Zeit gelernt werden soll, reagieren viele Menschen (Lehrer wie auch Eltern) mit zusätzlichem Druck und Misstrauen gegenüber dem, was Kinder leisten können. Die Lernbereitschaft und -begeisterung von Kindern ist aber umso größer, je mehr sie merken, dass jemand hinter ihnen steht, der „Du schaffst das" anstatt „Das kannst du noch nicht" sagt. Trotzdem - jedes Kind kann nur das leisten, was es vermag. Eltern (und Lehrer), die es schaffen loszulassen (also vor allem ihre eigenen Ängste in den Griff zu bekommen) und ihr Kind trotzdem fordern („Du kannst das allein!"), wirken in jedem Fall positiv auf das Selbstvertrauen und Lernverhalten ihrer Kinder ein.

        Übrigens: Kinder haben sehr sensible Antennen, was das Misstrauen Erwachsener ihnen gegenüber anbelangt. Selbst ein „A/a, was hast du heute in der Schule gemacht?" kann - je nach Tonart - als Interesse oder Misstrauen ausgelegt werden...


        Verzicht

        In der Freien Schule Brigach wird auf vieles verzichtet, was man gemeinhin mit „Schule“ verbindet: Klassenarbeiten, Noten, verpflichtende Hausaufgaben, strikte Stundenpläne, Nichtversetzung (Sitzenbleiben!) bei fehlendem Lernerfolg, Strafarbeiten und Nachsitzen und und und.

        Vision
        Werde der du bist.“ Auf dem Weg zu diesem Ziel gibt es sicher unzählige Hindernisse zu überwinden, doch wir suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, um Kindern auf diesem Weg eine Stütze zu sein, einen Rahmen zu bieten und gemeinsam mit allen Beteiligten der FSB immer wieder Kursverbesserungen vorzunehmen. Visionen sind ein Ausblick und damit ein Wegweiser, in welche Richtung man weitergeht.

        Vorstellkreis

        Die Kinder stellen vor, was sie gemacht haben. Dies können Geschichten, Bilder, Bastelarbeiten, Forschungen und anderes sein. Andere Kinder und Lernbegleiter loben die vorgestellten Werke, stellen Fragen und geben Tipps, was man eventuell noch verbessern kann. So können alle Kinder von den Vorstellungen profitieren. Es zeigt sich, dass die Kinder oft ein gutes Gespür dafür haben, welche Leistung ein Kind mit einer vorgestellten Arbeit vollbracht hat und dies entsprechend würdigen können. Die Fähigkeit zum Präsentieren, die Kinder hier einüben, wird auch im Bildungsplan (hier im Fach Deutsch) besonders hoch eingeschätzt.

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        W

        Wissen

        Was gibt „gelb“ und „rot“ gemischt, wann lebte Martin Luther, was ist 25 x 25 (ohne schriftliches Rechnen
        oder Taschenrechner)?

        Das Weltwissen verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen. Kann ich mir genug Wissen merken?
        Oder werde ich demotiviert, weil ich das Gefühl habe, nicht mehr hinterherzukommen? Was ist für mich
        ein nützliches Wissensfundament, um nicht alles wieder auszuprobieren (gelb + rot = orange), nachzuschauen
        (Martin Luther 1483- 1546), nachzurechnen (25 x 25 = 225), damit ich mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben habe.
        Was muss ich wissen, um mich z.B. auf Englisch verständigen zu können?

        Die Antwort wäre vielleicht, sich zuerst die Frage zu stellen, was ich mit meinem Wissen machen will. Und dann kann
        ich mir zielorientiert Wissen aneignen, das ich auch anwende, und das mir hilft, meine Aufgaben und Fragen zu lösen.

        Die Wissensexplosion und die oft kurze Halbwertszeit von Wissen lassen es nicht mehr zu, einen Katalog des
        notwendigen Wissens zu definieren. Dem wird auch in den Bildungsplänen der öffentlichen Schulen Rechnung getragen,
        die jetzt viel mehr Wert auf den Erwerb von Kompetenzen legen. Ich muss nicht alles wissen (das ist auch schon lange
        nicht mehr möglich), aber ich muss wissen, wie ich mir fehlendes Wissen aneignen kann und die Bereitschaft dazu
        haben („Lebenslanges Lernen“). Diese Fähigkeit und Bereitschaft wollen wir bei den Kindern erreichen.

        Angehäuftes Faktenwissen („Welche Länder sind in der EU?“) veraltet und wird noch schneller vergessen.


        Wochenplan

        Jedes Kind hat einen Wochenplan. Hier tragen die Kinder selbst (oder die Lernbegleiter, wenn das Kind noch nicht so gut schreiben kann) ein, was sie an jedem Schultag machen wollen oder gemacht haben. Der Wochenplan wird in der wöchentlichen Beratung besprochen.


        You can`t find anything better than FSB
        Maybe: You won´t find anything better than FSB

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        Z

        Zeugnis (siehe Beurteilen)

        Zulassen
        Lassen sie ihr Kind entdecken, experimentieren, ausprobieren. „Kinder beobachten nicht nur die Welt um
        sich herum, sondern sie prüfen, wie sie schmeckt, wie schwer sie ist, befühlen, biegen und brechen sie.
        Sie sind mutig, scheuen sich nicht, Fehler zu machen, sind geduldig. Sie können ein großes Maß an
        Ungewissheit, Unordnung, Unwissenheit und Unschlüssigkeit aushalten. Sie müssen nicht in jeder neuen
        Situation sofort deren Bedeutung erkennen. Sie sind bereit und fähig zu warten, bis ihnen die Bedeutung
        zukommt, auch wenn sie sehr langsam kommt, wie es gewöhnlich der Fall ist.“
        (John Holt: Wie kleine Kinder schlau werden, 1967)


        Zusammen leben
        Nicht nur das zusammen Lernen, sondern auch das zusammen Leben hat Raum in unserer Schule. Dazu gehört das Feiern von gruppeninternen Festen (z.B. Geburtstage, Abschiede) genauso wie das Feiern von größeren Festen der ganzen Schule (z.B. Frühlingsfest, Weihnachtsfeier). Aber auch das gemeinsame Frühstück, die regelmäßig stattfindende Schulübernachtung, oder gemeinsame Ausflüge und andere Aktionen können hier genannt werden.

        Zuversicht
        Der Mensch ist von Natur aus ein lernendes Tier. Vögel fliegen, Fische schwimmen, der Mensch denkt und lernt. Deshalb brauchen wir Kinder nicht zum Lernen zu überreden, verführen und drängen. Es reicht aus, dass wir soviel wie möglich von unserer Welt in die Schule und in die Klassenräume hineintragen. Dass wir Kindern die Hilfe und Führung geben, die sie benötigen und von uns verlangen (Unterstützung des Kindes) und dass wir ihnen mit Achtung zuhören, wenn sie mit uns sprechen wollen und sie ansonsten in Ruhe lassen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass sie das übrige selbst tun.“ (John Holt: Wie kleine Kinder schlau werden, 1967)


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