Der besondere Bildungsweg Die Freie Schule Brigach versteht sich als Bereicherung des Bildungsangebotes im Schwarzwald-Baar-Kreis. Das pädagogische Konzept orientiert sich an den Bildungs- plänen für Grund-, Haupt- und Werkrealschulen, ins- besondere am dort geforderten Kompetenzerwerb. Das Schulkonzept ist konfessionsübergreifend und keiner Ideologie verpflichtet. Getreu dem Motto „Werde, der du bist“, stellen wir das einzelne Kind mit seinen Stärken, Schwächen und dem individuellen Lern- und Entwicklungstempo in den Mittel- punkt des pädagogischen Handelns. Schule wird zum Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum. Offener Unterricht, altersgemischte Gruppen, eigenverantwortliches Lernen und Materialien zur Selbstaneignung sind maßgebend für positive Lernerfahrungen. Freiheit und Grenzen, Individualität und Gemeinschaft, Regeln und Absprachen werden im demo- kratischen Umgang erlebbar. Das Selbstbe- wusstsein wird gestärkt und ermöglicht selbständiges und selbstbestimmtes Handeln. Der Abschluss der Werkrealschule berechtigt die Jugendlichen zum Wechsel auf ein beruf- liches Gymnasium und/oder zu einer beruflichen Ausbildung.
Wir orientieren uns
☒ am einzelnen Kind ☒inhaltlich an den Bildungsplänen des Landes Baden-Württemberg ☒an formulierten Ansätzen aus Pädagogik, Neurobiologie und Entwicklungspsychologie z.B.: Célestin Freinet, Dr. Falko Peschel, Prof. Manfred Spitzer, Prof. Gerald Hüther, Dr. Joachim Bauer, Jesper Juul...
Methodisch-Didaktisches Vorgehen Um eine individuelle Förderung der Schüler- Innen und ein Eingehen auf jedes einzelne Kind zu gewährleisten, findet der Unterricht an der Freien Schule Brigach ohne einen gleichschrittigen und auf Leistung bezogenen Lehrgang statt. Jedes Kind bestimmt auf seinem individuellen Weg und durch die Impulsgebung der LehrerInnen und der anderen Kinder seinen Weg zum eigenen und/ oder durch den Bildungs- plan vorgegebenen Ziel. Auf die Klassenstufen bezogen werden weder nach unten noch nach oben Anforderungsgrenzen gezogen, sodass (unabhängig vom Alter) auch das Leistungs- spektrum sehr differieren darf. Offenes, aktiv- entdeckendes und „inzidentelles“ (unbewusstes, beiläufiges) Lernen auf eigenen Wegen sind Merkmale des Unterrichts. Dazu gehören neben dem eigenen methodischen Weg auch die eigene Themenwahl, die eigene Platzwahl im offen gestalteten Schulgebäude sowie die freie Wahl der Sozialform. Durch die neutralen, nicht auf Reproduktion ausgerichteten Materialien („Werkzeuge“ zum Selbsterwerb, wie Buch- stabentabellen, Mengentabellen, Textver- arbeitungsprogramm, weiße Blätter und leere Hefte etc.), die Angebotsarmut und die freie Themenwahl, sind die Kinder gezwungen, sich für ihr Lernen und den Unterricht selbst verant- wortlich zu zeigen, ihre Aktivitäten weit gehend selbst zu organisieren, durchzuführen und zu reflektieren. Auf eine äußere Motivation wird verzichtet zugunsten einer intrinsischen, vom Kind ausgehenden Motivation und des interessen- geleiteten Lernens. Der ständige Austausch der SchülerInnen untereinander, das gegenseitige Anregen während der Kreisgespräche und während des offenen Unterrichts rechtfertigen dieses Vorgehen. Die Lehrpersonen verstehen sich als Berater und Impuls- geber, sie fördern und stützen. Insofern handelt es sich beim Unterricht an der Freien Schule um einen indivi- duellen Förderunterricht. Dabei wird das individuelle Tempo und die jeweilige emotionale und kognitive Voraussetzung jedes Kindes berücksichtigt, sodass kein (Informations)Unterricht im herkömmlichen Sinne stattfinden kann. Dieser kann sich höchstens aus dem gemeinsamen Interesse mehrerer SchülerInnen an einem Sachverhalt ergeben. Dieser auf extrinsische Motivation durch Lernspiele, Arbeitsmittel und Lehrermotivation verzichtende Unterricht schafft ein „ehrliches“ Leistungs- verständnis bei den SchülerInnen und schließt Motivations- hochs (durch selbst Entdecktes, Geschafftes etc.) ebenso ein wie Tiefs (durch Frustration, Demotivation, Lustlosigkeit). Regelmäßige Rückmeldungen (durch Kreisgespräche, Schulbe- richte, Kinder-Beratungsgespräche) ausgehend von der Selbst- einschätzung der SchülerInnen und den Ergebnissen von Diagnosetests (z.B. Überforderungstests) dienen der Unter- stützung der individuellen Lernorganisation. Der Bildungsplan stellt dabei zwar in vielen Bereichen den äußeren Rahmen dar, ausschlaggebend für die Unterrichtsinhalte sind aber die Interessen der Kinder und sich daraus entwickelnde individuelle und/ oder gemeinsame Vorhaben. Ziel dieses methodischen Vorgehens ist die Vermeidung von Frust und Lernunlust durch Über- bzw. Unterforderung, die Erhaltung der Lernfreude, die Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen, die intensive Durchdringung des Lernstoffes „auf eigenem Wege“ und die Fähigkeit zur Selbstaneignung und Aufbereitung von Wissen („das Lernen lernen“). Mehr Informationen zum Konzept gibt es hier zum downloaden: Kurzkonzept
Sekundarstufe Die in der Grundschule angebahnten Fähigkeiten des selbstbestimmten Lernens werden in der Sekundarstufe weiter ausgebildet. Altersentsprechend werden die Bereiche der Eigenverantwortung (Lernen und Sozialverhalten) und Selbstbestimmung erweitert. Die Selbsteinschätzung der eigenen Leistung wird hinsichtlich der beruflichen Wünsche konkretisiert und fließt in die wöchentliche Lernberatung ein. Präsentationstechniken werden zunächst in der eigenen Gruppe, später auch vor Publikum (Elternabend, öffentliche Feiern, Projektpräsentationen, etc.) geübt und angewendet. Der Fachunterricht – vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich - verläuft intensiv in Projekten zu selbstgewählten Themenbereichen. Grundlegende Kompetenzen erwerben die Schülerinnen und Schüler beim Betrieb einer Schülerfirma, beim Anlegen und bei der Pflege des Schulgartens, bei der Gestaltung von eigenen Theater- oder Videoprojekten (auch in Englisch oder Französisch) und durch die Teilnahme an sportlichen Angeboten. Kooperationen mit ortsansässigen Firmen angestrebt, um eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis zu gewährleisten. Durch verschiedene individuelle Praktika erhalten die Jugendlichen Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und knüpfen Kontakte zu möglichen Ausbildungs- betrieben. Der Fremdspachenunterricht verläuft handlungs- orientiert und möglichst viel im Kontakt mit muttersprachlichen Partnern (Brieffreundschaften, Schüleraustausch, Besuche von Menschen aus anderen Ländern in der Schule etc.) Kleine Lern- gruppen ermöglichen eine individuelle Unterstützung und Begleitung bei der Suche nach dem weiteren Weg in die berufliche Zukunft. Download des Sekundarstufenkonzeptes: Sekundarstufenkonzept
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